Buch zum Thema Business Model Engineering

Teaser zum nächsten Buch über „Business Model Engineering“, was mitunter auch die Phase „Business Model Assessment“ bzw. „Business Model Check“ entlang der Aspekte Digitaler Kontext, Digitale Synergien, Digitale Chancen, Digitale Risiken sowie Digitale Fähigkeiten/ Stärken und Digitale Schwächen/ Lücken beinhaltet.

Business Model Engineering leitet sich unmittelbar aus den Prinzipien des Business Engineerings ab, d.h. strukturiert und mit geeigneten Methoden individuelle Veränderungsprojekte erfolgreich zu führen. Um die Transformation eines Geschäftsmodells erfolgreich abzuschließen, ist es also ratsam — vor allem im Rahmen der Digitalisierung — auch beim Business Modeling „ingenieursmäßig“ vorzugehen, vgl. auch das Software Engineering, Requirements Engineering, Business Process Engineering etc. In diesem Kontext kann unter dem Begriff Business Model Engineering ein ingenieurmäßiges methoden- und modellbasiertes Vorgehen zur Erstellung oder Veränderung eines oder mehrerer Business Models verstanden werden.

Im Vergleich zum einfacheren Begriff „Business Modeling“ soll der Zusatz „Engineering“ die Notwendigkeit einer ingenieurmäßigen Herangehensweise verdeutlichen und damit zum Ausdruck bringen, dass eine erfolgreiche Transformation von Geschäftsmodellen in der Regel nur dann gelingen kann, wenn über Modelle und Methoden umfassend und strukturiert vorgegangen wird. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass das Business Model Engineering selbst nicht nur als Teilaufgabe des Business Engineerings betrachtet wird, sondern aufgrund seiner Bedeutung, als eigenständige Disziplin begriffen werden sollte.

 

Einordnung Business Model Engineering

 

Oben stehende Abbildung stellt eine Übersicht über die wichtigsten Elemente des Business Model Engineerings und ihre Einordnung in die Themen Business Vision & Strategy, Business Model und Business Operating Model dar.

Gemäß eingangs formulierter Einordnung handelt es sich beim Business Model Engineering um eine Teilaufgabe im Business Engineering mit eindeutigem strategischem Charakter, verbunden mit der Zielsetzung, den langfristigen Erfolg eines Unternehmens sicherzustellen. Primär werden dabei die Themen Vision, Mission des Unternehmens, aber auch kunden- und marktrelevante Fragestellungen sowie die Konfiguration eines daraus resultierenden Business Models behandelt. Mit der Konfiguration des Business Models endet auch der Aufgabenbereich des Business Model Engineerings.

Aus der Konfiguration heraus ergibt sich ein Action Plan, um das Business Model am Markt zu etablieren. Das Business Model mündet damit in ein Business Operating Model, mittels welchem vor allem die Frage beantwortet wird, wie das Unternehmen nun konkret, auf Basis des zugrunde liegenden Business Models, seine Ziele erreichen will. Hauptaufgabe dieses taktischen Layers ist es, kurzfristig Wettbewerbsvorteile zu generieren und auszubauen. Während dieses Übergangs, vom strategischen in den taktischen Layer, kommen mehr und mehr klassische Aspekte des Business Engineerings zum Tragen.

In diesem Sinne kann man beim Business Model Engineering von der Erhebung von Early Requirements sprechen, im Sinne eines Verständnisses über die organisatorischen, marktrelevanten Zusammenhänge und Zielsetzungen relevanter Stakeholder sowie deren Abhängigkeiten. Mit zunehmender Konkretisierung des Business Models und des Übergangs in den Action Plan bzw. das Business Operating Model werden die Anforderungen konkreter. Es gilt Fragen rund um Late Requirements, das Architectural Design sowie das Detailed Design zu beantworten, d.h. die Darstellung des operativen SOLL-Zustands der Systemumgebung inkl. relevanter Funktionen und Eigenschaften sowie die Definition der Gesamtarchitektur in Form von Subsystemen, Daten, Controller und Eigenschaften bis hin zur detaillierten Definition des Verhaltens einer jeden Komponente.

Die Konfiguration des Business Models kann sich, je nachdem in welcher Phase des Lebenszyklusses sich ein Business Model befindet, mit Blick auf kunden- und marktrelevante Entwicklungen mehr oder weniger oft ändern. Jede Änderung an der Business Model Konfiguration, häufig auch Pivot genannt, hat wiederum Auswirkungen auf den Action Plan. Ein sogenannter Business Model Engineer ist in diesem Fall gemeinsam mit seinen Kollegen aus dem Business Engineering gefordert, sowohl das Business Model als auch das Business Operating Model im Sinne der Vision und der strategischen Ziele des Unternehmens zu gestalten bzw. ggf. auch gemeinsam mit der Geschäftsführung eine neue Strategie bzw. Vision zu formulieren.

Diese Phase „Business Model Assessment“ (Business Model Check) soll vor allem auf folgende Fragen Antworten finden:

  • Was sind die wichtigsten digitalen Trends und was wird relevant für Ihr Geschäftsmodell werden?
  • Wie beeinflussen digitale Trends Menschen, Unternehmen, Märkte und Ökosysteme?
  • Wie können digitale Chancen genutzt und Geschäftsmodelle gestärkt werden?
  • Welche Produkte können ausgebaut bzw. entwickelt und welche sollten eliminiert werden?
  • Welche Herausforderungen bestehen bzw. entstehen für Ihr Geschäftsmodell?
  • Welche Fähigkeiten benötigen Sie zur digitalen Transformation bzw. welche stehen Ihnen zur Verfügung?
  • Welche Lücken bestehen hinsichtlich Applikationen, Technologien, Prozesse & Know-How?

 

Digital-Assessment

 

Zur Bearbeitung kommen vor allem Research-Aktivitäten zum Tragen, d.h. wichtige interne Stakeholder, externe Analysten, Kunden, Partner etc. werden befragt und ausreichende Materialien wie Gartner Hype Cycles, Forrester Waves oder sonstige Studien gesichtet. Die Ergebnisse können über Innovations-/ Trendradare, SWOT-/ PEST-Analysen, 5-Forces-Analysen etc. zusammengetragen zur Formulierung der Business Vision sowie der Business Strategie herangezogen werden.

Mehr hierzu später in diesem Jahr und unter www.businessmodelengineering.de